FAQs - Fragen & Antworten

In diesem Bereich beantworten wir im ├ťberblick soweit wie m├Âglich alle Fragen rund um eine Heilpraktikerausbildung, um die Behandlung bei HeilpraktikerInnen, um den Heilpraktikerberuf als auch die Praxisf├╝hrung.

Haben Sie noch weitere Fragen?
Dann rufen Sie uns gerne montags bis freitags zwischen 11.30 und 14.30 Uhr unter der Telefonnummer (030) 323 30 50 im B├╝ro an oder schreiben uns eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots gesch├╝tzt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Heilpraktikerausbildung

Wie lange dauert eine Heilpraktikerausbildung?

Dies kann sehr unterschiedlich sein und h├Ąngt davon ab, an welcher Schule, an welchem Ausbildungsinstitut Sie die Ausbildung absolvieren. Da die Ausbildung selbst nicht (bisher nicht) eindeutig geregelt ist, kann die Ausbildungszeit von einem halben Jahr bis zu 3 Jahren variieren. Selbst da sind noch Schwankungen m├Âglich, weil einige Schulen Abendkurse anbieten, andere Tageskurse, einige nur 1, 2 oder 3 mal pro Woche Unterricht anbieten, andere wiederum die ganze Woche ├╝ber Unterricht haben. Welche Ausbildungszeit im individuellen Fall die beste ist, h├Ąngt von der medizinisch-therapeutischen Vorbildung der Interessenten ab. F├╝r Personen, die noch keine derartige Vorbildung besitzen, empfiehlt sich in jedem Falle eine l├Ąngere und zeitintensivere Ausbildung, auch wenn diese anstrengender und auch teuerer sein mag. Die M├╝he lohnt in jedem Falle. Bei Ausbildungen, die lediglich zum Bestehen der Heilpraktiker├╝berpr├╝fung ausgelegt sind gilt es zu bedenken, da├č danach noch, oftmals erhebliche, Aufwendungen an Zeit und Geld f├╝r das Erlernen therapeutischer Kenntnisse und F├Ąhigkeiten aufzubringen sind. Diese sind bei vielen Langzeitausbildungen schon enthalten.

Bin ich nach der Ausbildung berechtigt diesen Beruf gleich auszu├╝ben?

Nein. Die Ausbildungen bef├Ąhigen lediglich zum Absolvieren der Heilpraktiker├╝berpr├╝fung. Die von den Schulen am Ende der Ausbildung abgehaltenen Pr├╝fungen bescheinigen die Teilnahme an der Ausbildung sowie die Qualifikation und den Leistungsgrad des Sch├╝lers, haben aber da es keine einheitlichen Pr├╝fungskriterien gibt, keine Allgemeing├╝ltigkeit. Diese einheitlichen Pr├╝fungsrichtlinien gibt es erst bei der ├ťberpr├╝fung durch die Gesundheitsverwaltung.

Wo mu├č ich die Pr├╝fung ablegen?

Zur amtlichen Heilpraktikerpr├╝fung m├╝ssen Sie sich bei Ihrem ├Ârtlichen bzw. verwaltungsbezirklich ├╝bergeordneten Gesundheitsamt erkundigen, welches Amt f├╝r die Pr├╝fung zust├Ąndig ist, und sich dann dort anmelden. Bedenken Sie dies rechtzeitig zu tun, da die Wartezeit mitunter bis zu einem Jahr betragen kann.

Welche Voraussetzungen mu├č ich zur Heilpraktikerausbildung und zur Heilpraktiker├╝berpr├╝fung erf├╝llen?

Zur Heilpraktikerausbildung selbst m├╝ssen Sie keine weiteren Voraussetzungen erf├╝llen.
Die Frage der Vorqualifikation mu├č jeder Sch├╝ler sich selbst beantworten. Der Zeitaufwand ist abh├Ąngig von der fachlichen Vorbildung. Sch├╝lerInnen ohne medizinische Vorkenntnisse haben einen h├Âheren Lernaufwand. F├╝r die Heilpraktikerpr├╝fung bzw. den Antrag zur Pr├╝fung gelten die Bestimmungen der ÔÇ×Durchf├╝hrungsverordnung zum HeilpraktikergesetzÔÇť.
Hiernach wird eine Pr├╝fungszulassung nur erteilt, wenn folgende Voraussetzungen erf├╝llt sind:
1. Der Antragsteller mu├č das 25. Lebensjahr vollendet haben.
2. Er darf nicht einschl├Ągig vorbestraft sein (Ein polizeiliches F├╝hrungszeugnis ist im Laufe der Antragsbearbeitung zu Lasten des Antragsstellers anzufordern und zu erstellen.).
3. Der Antragsteller mu├č mindestens eine abgeschlossene Volks-Grundschulaubildung nachweisen k├Ânnen.
4. Es d├╝rfen keine schweren Krankheiten und S├╝chte vorliegen. Gemeint sind hierbei z.B. chronische, ansteckende Krankheiten. (Eine Gesundheitspr├╝fung vom ├Ârtlichen Amtsarzt ist vorzulegen.).

Wie umfangreich ist die Pr├╝fung? Wie wird sie durchgef├╝hrt?

Die staatliche Pr├╝fung gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil wird schriftlich absolviert und der zweite, nach Bestehen des schriftlichen Teils, dann m├╝ndlich. Beim schriftlichen Teil werden ca. 60 Fragen gestellt, die in vorgegebener Zeit zu l├Âsen sind. Gegenw├Ąrtig darf dabei die Fehlerquote nicht  ├╝ber 25 Prozent liegen. Im darauf (hoffentlich) folgenden m├╝ndlichen Teil wird eventuell nochmal der f├╝r den Heilpraktiker relevante Gesetzesbereich nachgefragt sowie ein Thema zur Beantwortung gestellt. Hier mu├č der Heilpraktikeranw├Ąrter nachweisen, da├č er/sie in der Lage ist, medizinisch-diagnostisch-therapeutisch in Zusammenh├Ąngen zu denken. Gegebenenfalls wird auch nach Grundlagen der sp├Ąter in der Praxis angestrebten alternativen Heilmethoden gefragt (Risken, Kontraindikationen etc.) Die Aussage, sich erst nach der Pr├╝fung solche Kenntnisse aneignen zu wollen, hilft nicht weiter. Bei Nichtbestehen eines der beiden Pr├╝fungsteile sind beide zu wiederholen.

Wie oft kann ich diese Pr├╝fung machen?

Im Prinzip so oft, wie Sie in der Lage sind, die hierf├╝r erforderliche Pr├╝fungsgeb├╝hr zu entrichten. Dies sind zur Zeit zwischen 250 und 350 ÔéČ  f├╝r die ganze Pr├╝fung.

Gibt es die M├Âglichkeit finanziell gef├Ârdert zu werden?

Die Kosten der Heilpraktikerausbildung sind in der Regel privat vom Heilpraktikeranw├Ąrter zu tragen. Eine Baf├Âg-F├Ârderung der Heilpraktikerausbildung ist nach Bundes-Baf├Âg-Recht nicht m├Âglich. Die M├Âglichkeit der F├Ârderung als Weiterbildungsma├čnahme besteht durch die Bundesagentur f├╝r Arbeit (Arbeitsagenturen und Jobcenter) sowie durch die Deutsche Rentenversicherung, die Berufsgenossenschaft und die Bundeswehr. Heilpraktikerschulen m├╝ssen dazu als Tr├Ąger nach ┬ž 178 SGB III und nach der AZAV zertifiziert und zugelassen sein. Auch die einzelnen Ma├čnahmen m├╝ssen nach ┬ž 179 SGB III und AZAV zugelassen sein. Es kann in Ausnahmef├Ąllen auch Einzelfallentscheidungen geben. Von den Fachverbandsschulen sind die Schulen in Baden-Baden, Berlin, Bochum und Hamburg entsprechend zugelassen. Die Schule in M├╝nchen wird ebenfalls von der Landeshauptstadt M├╝nchen analog eingestuft.



Die Behandlung beim Heilpraktiker

Wie finde ich einen guten Heilpraktiker/gute Heilpraktikerin in meiner N├Ąhe?

Es gibt kaum Kriterien, diese Frage eindeutig zu beantworten. Sie k├Ânnen zwar ins Telefonbuch schauen und einen Heilpraktiker anrufen, wissen dann allerdings noch nichts ├╝ber sein K├Ânnen. Eine erfahrungsgem├Ą├č oft angewandte Methode ist, Freunde und Bekannte zu fragen, ob, und wenn ja, welche Erfahrung diese mit einem Heilpraktiker gemacht haben. Fragen Sie den Heilpraktiker, welche und wie viele Heilverfahren er anwendet. Bei einem Heilpraktiker, der sch├Ątzungsweise ca. 30 - 35 Jahre alt ist und Ihnen 10 - 15 Therapiemethoden anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit, eine tiefgreifende Heilung zu erlangen, eher gering. Das liegt in der Natur der Sache. Hier einige Anhaltspunkte, die bei der Heilpraktikerwahl relevant sein k├Ânnen:

Haben Sie das Gef├╝hl, der Heilpraktiker hat auch wirklich Zeit f├╝r Sie und ist in der Lage,. sich auf Sie zu konzentrieren; ist er w├Ąhrend der Behandlung f├╝r Sie da oder erledigt er noch einige andere Dinge?

Befragen Sie mehrere Heilpraktiker und machen Sie sich schon am Telefon ein Bild; oftmals ist es sp├╝rbar, ob SIE zu einem anderen Menschen Vertrauen haben k├Ânnen oder nicht.

Fragen Sie nach den Kosten der Behandlung.

Ist die Praxis mit Statusbeweisen ausgeschm├╝ckt (h├Ąngen die W├Ąnde z.B. voller Diplome und Presseberichte)? Solche ├Ąu├čeren Zeichen m├╝ssen kein Indiz f├╝r gutes naturheilkundliches Arbeiten sein, es kann sich auch um geschicktes Marketing handeln.

Kl├Ąrt der Heilpraktiker Sie vor Beginn der Therapie ├╝ber seine therapeutischen Ziele und Mittel auf?

Wie lange dauert eine Behandlung und wie oft mu├č ich zu Terminen kommen?

Dies ist abh├Ąngig von der Schwere und Dauer Ihrer Krankheit und von der Therapieform. Bei chronischen Leiden ist die Therapiezeit meist l├Ąnger als bei akuten Geschehen. Spontanheilungen durch Naturheilverfahren werden zwar hin und wieder beschrieben sind allerdings eher die Ausnahme denn die Regel. Wenn Sie hom├Âopathisch behandelt werden liegen die Behandlungsintervalle, von akuten Krankeiten abgesehen, bei ca. 4 bis manchmal 6 Wochen. Oftmals stellt sich eine tiefgreifende, dauerhafte Heilung sogar erst nach einem halben bis einem Jahr der Behandlung ein. Bei Verfahren wie Akupunktur, Massagen, Shiatsu, Ozontherapie, Ausleitungsverfahren, Hydro-Colon-Therapie etc. sind die Besuche in der Regel w├Âchentlich oder k├╝rzer anzusetzen.

Was kostet eine Behandlung?

Die Behandlung beim Heilpraktiker ist rechtlich gesehen eine Dienstleistung (die, wenngleich auch Heilung bzw. Linderung angestrebt wird, nicht auf ein bestimmtes, zeitlich festgelegtes Ergebniss, einen Erfolg, gerichtet ist). Bei der Preisgestaltung f├╝r diese Dienstleistung ist der Heilpraktiker grunds├Ątzlich frei, er mu├č sich nicht an die Geb├╝hrenordnung f├╝r Heilpraktiker halten. Dem Patienten steht es frei, einer solchen Behandlung (einem Vertrag) zuzustimmen oder nicht. Der Patient mu├č aber vor Beginn der Behandlung ├╝ber die f├╝r ihn entstehenden Kosten genau informiert werden. Sonst kann dieser Vertrag ung├╝ltig sein. Dies bedeutet, da├č die Kosten f├╝r Heilpraktikerbehandlungen sehr unterschiedlich sind. Gehen Sie als ungef├Ąhre Mittelwertangabe davon aus, da├č pro Behandlungsstunde Kosten von 20ÔéČ bis 100 ÔéČ entstehen. Alles was dar├╝ber hinaus geht, ist nicht mehr angemessen und lediglich der Eitelkeit des Behandlers geschuldet. Diese Angabe enth├Ąlt noch keine Ausgaben f├╝r Therapeutika und medizinische Hilfsmittel. Der Begriff "Behandlungsstunde" bedeutet auch nicht, da├č nach Zeit abgerechnet wird, wir verwenden ihn hier lediglich als Veranschaulichungshilfe. F├╝r eine hom├Âopathische Behandlung von etwa 1,5 bis 2 Stunden Dauer werden also, inklusive anschlie├čender Repertorisation, mindestens 40 ÔéČ bis zu 140 ÔéČ zu zahlen sein. Es sind auch F├Ąlle bekannt, wo Patienten 300 ÔéČ und mehr f├╝r eine hom├Âopathische Erstbehandlung gezahlt haben. Dies erscheint allerdings ├╝berh├Âht, wenn man bedenkt, da├č die H├Âhe der Verg├╝tung nicht f├╝r eine Schnellheilung garantiert. F├╝r hom├Âopathische Folgebehandlungen sind in der Regel 1/3 bis 1/2 der Erstbehandlungskosten anzusetzen. Gerade im Bereich der privaten Gesundheitsvorsorge und Versorgung besteht die Gefahr, die ganz pers├Ânlichen, manchmal ├╝berzogenen Lebensvorstellungen der Behandler mitzutragen. Die ├╝berteuerte Designer-Praxiseinrichtung sollte nicht den Patienten aufgelastet werden.

Was kann ich erwarten?

Dies h├Ąngt ganz davon ab, was Sie zu "geben" bereit sind. Eine naturheilkundliche Behandlung sollte, nach den Grunds├Ątzen der alten Meister (Hahnemann, Paracelsus, Kneipp,...) immer auch eine Behandlung der Lebensf├╝hrung des Patienten mit einschlie├čen. Die meisten naturheilkundlichen Verfahren ÔÇ×machenÔÇť nicht einfach etwas ÔÇ×wegÔÇť, damit es hinterher so weiter gehen kann wie vorher. Wenn der Patient also bereit ist, diese Arbeit an sich selbst zu leisten, (hier liegt oft das gr├Â├čte Heilungshindernis) dann kann allerdings viel erreicht werden. Wenn Ihr Behandler, zum Beispiel im Rahmen einer hom├Âopathischen Behandlung, Ihnen nahelegt, den Kaffeekonsum einzuschr├Ąnken (oder sogar einzustellen), und Sie f├╝hlen sich nicht bereit dazu, dann war ihre Ausgabe und die M├╝he des Therapeuten vergebens. Sie k├Ânnen erwarten, nach bestem Wissen und Gewissen behandelt zu werden, der Heilpraktiker kann und darf! Ihnen aber kein Heilungsversprechen geben.

Was zahlen die Krankenkassen?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen grunds├Ątzlich keine Leistungen von Heilpraktikern. So kann der Heilpraktiker auch keine Rezepte zur Abrechnung mit einer gesetzlichen Krankenkasse ausschreiben. (Er kann Sie auch nicht "krankschreiben".) Bei einigen gesetzl. Krankenkassen besteht jedoch die M├Âglichkeit, eine freiwillige Zusatzversicherung zur Abdeckung von Heilpraktikerleistungen abzuschlie├čen.
F├╝r Personen mit einer privaten Krankenversicherung ist die Situation g├╝nstiger beschaffen. Die privaten Krankenversicherungsgesellschaften ├╝bernehmen meist die Kosten f├╝r Heilpraktikerbehandlungen. Zumindest wenn sie mit derartiger Kosten├╝bernahme werben. Hier kommt allerdings die sog. Wissenschaftlichkeitsklausel zur Geltung, welche besagt, da├č die vom Heilpraktiker angewandten Diagnose- und Heilmethoden einer wissenschaftlichen, oder zumindest empirischen, erfahrungsgem├Ą├čen, Wirkungspr├╝fung Stand halten k├Ânnen m├╝ssen. Dies bedeutet, da├č Behandlungen wie Magnetisieren, Handauflegen, Edelsteinbehandlungen etc. nicht erstattet werden. Im Wesentlichen werden Leistungen nach der Geb├╝hrenordnung f├╝r Heilpraktiker (Geb├╝H) erstattet, dies aber meist nur bis zu der in der Geb├╝H angegebenen Obergrenze. Bei Beamten ├╝bernehmen die Beihilfen die Kosten f├╝r die Behandlung beim Heilpraktiker, in der Regel zu den gleichen Bedingungen wie oben beschrieben.


Der Heilpraktikerberuf & die Praxisf├╝hrung

Wie mu├č meine Praxis eingerichtet und ausgestattet sein?

Die ist grunds├Ątzlich abh├Ąngig von der Art der angewandten Therapien und dann erst von Ihrem pers├Ânlichen Geschmack. Des weiteren ist es abh├Ąngig davon, ob Sie alleine arbeiten (auch wenn sie selbstst├Ąndig in einer Gemeinschaftspraxis t├Ątig sind), oder ob Sie Angstellte besch├Ąftigen. Hierzu z├Ąhlt auch eine Reinigungskraft. Im zweiten Fall m├╝ssen Sie die Bestimmungen der Arbeitsschutzgesetze beachten. Diese sind l├Ąnder- und bezirksspezifisch teilweise unterschiedlich. Die Praxis ist so zu f├╝hren, da├č ein Ma├č an Hygiene eingehalten wird. Wenn Sie Personal besch├Ąftigen, ist f├╝r dieses eine separate Toilette zur Verf├╝gung zu stellen. Arbeiten sie alleine und haben keine zweite Toilette zur Verf├╝gung, so sind zumindest Seifen- und Handtuchspender f├╝r die Patienten zu installieren. Arbeiten Sie in einer Gemeinschaftspraxis, und besch├Ąftigt einer Ihrer Kollegen dort Personal, so gelten die entsprechenden gesetzlichen Regelungen (s.o.) f├╝r die ganze Praxis. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrem zust├Ąndigen Gesundheitsamt nach. Die Praxisr├Ąume d├╝rfen nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie in Ihrer Wohnung praktizieren. So ist es nicht statthaft, in den Praxisr├Ąumen z.B. privaten Besuch ├╝bernachten zu lassen.

Darf ich zwei Praxen haben?

Wenn Sie wollen und wenn es f├╝r Sie rentabel ist, ja. Allerdings sind alle Ihre Praxisr├Ąume bei ihrem zust├Ąndigen Gesundheitsamt anzumelden und es ist untersagt, einen Patienten mal in die eine und mal in die andere Praxis zu bestellen. Dies w├Ąre "Heilkunde im Umherziehen" im Sinne des Heilpraktikergesetzes.

Wie ist es mit Weiterbildung?

Eine Verbandsmitgliedschaft ist nicht zwingend vorgeschrieben. Sie empfiehlt sich jedoch aus mehreren Gr├╝nden: Der Kontakt zu anderen Kollegen gibt oft hilfreiche, anregende Impulse in der eigenen Arbeit. Es gibt die M├Âglichkeit berufspolitisch t├Ątig zu werden und mitzuwirken - das Informationsniveau steigt. Nicht zuletzt kann ein Verband hilfreich sein wenn es mal juristische Probleme in der Praxis gibt.

Darf ich Werbung f├╝r meine Praxis machen?

Ja und Nein.
Die Berufsordnung f├╝r Heilpraktiker enth├Ąlt ein Webeverbot. Dies gilt auch dann, wenn ein Heilpraktiker keinem Verband angeh├Ârt. Dieses Webeverbot soll gew├Ąhrleisten, da├č der Erfolg eines Kollegen bzw. einer Kollegin vom fachlichen K├Ânnen und nicht von den, aus anderen Quellen gespeisten, finanziellen M├Âglichkeiten bestimmt wird. Mit der gleichen Begr├╝ndung dient dieses Verbot auch dem ÔÇ×Schutze der VolksgesundheitÔÇť. Es sind jedoch Ausnahmen von diesem grunds├Ątzlichen Werbeverbot gestattet. Dies z.B. dann, wenn ein Heilpraktiker umzieht, seine Praxis gerade in einem bestimmten Bezirk oder Ort er├Âffnet hat oder wenn er l├Ąngere Zeit in Urlaub f├Ąhrt. In diesen F├Ąllen d├╝rfen bis zu 3 Anzeigen (ohne besondere Zus├Ątze wie: "Bei mir geht es ihnen bald wieder besser...") innerhalb von 3 Monaten in einer am Ort erscheinenden Zeitung geschaltet werden. An einem Ort mit 4 regionalen Zeitungen k├Ânnen also 12 Anzeigen geschaltet werden. Der Inhalt der Werbung darf ├╝ber das bei Praxisschildern erlaubte Ma├č nicht hinaus gehen. Die Praxisschilder d├╝rfen eine Gr├Â├če von 35x50 cm nicht ├╝berschreiten. Au├čer dem Namen, der Telephonnummer und den ├ľffnungszeiten der Praxis d├╝rfen nur 3 Therapieverfahren aufgef├╝hrt werden. Die Eintr├Ąge in den amtlichen Telephonb├╝chern oder den Branchenfernsprechb├╝chern d├╝rfen den sog. kostenfreien Eintrag nicht ├╝berschreiten, lediglich die Angabe der  Berufsbezeichnung ist erlaubt. Es ist jedoch gestattet, Fachartikel unter Angabe der Praxisanschrift zu ver├Âffentlichen.